Traian - Römischer Kaiser

Marcus Ulpius Traianus - Traian

Kaiser TraianGeboren wurde Traian am 18. September 53 nach Christus in Italice (Provinz Spanien), gestorben ist er vermutlich am 08. August 117 (hier schwanken die Datumsangaben zwischen dem 07. bis 10. August 117).

Er regierte als römischer Kaiser vom 28. Januar 98 bis zum 07. August 117 nach Christus.

Marcus Ulpius Traianus, genannt Traian, war unter den römischen Kaisern eine der herausragendsten Persönlichkeiten. Er regierte das römische Imperium 19 Jahre. Während dieser Zeit bescherte er Rom eine regelrechte Blütezeit. Sowohl auf der machtpolitischen als auch auf der Ebene des materiellen Wohlstandes. Während seiner Amtszeit war die Verwaltung Roms bestens organisiert und es herrschte Frieden und Eintracht unter der Bevölkerung.

Marcus Ulpius Traianus wurde am 18. September 53 nach Christus in Italica (bei Sevilla) in der Provinz Hispania geboren. Somit ist er der erste römische Kaiser nicht italienischer Herkunft. Ursprünglich lebte seine Familie in Umbrien (Norditalien). Später zug sie nach Südspanien.

Sein Vater trug den gleichen Namen. Er durchlief als wohl einer der ersten Römer aus den Provinzen unter Kaiser Claudius und später Nero eine beachtliche Karriere - sowohl militärisch als auch politisch. So kommandierte er verschiedene Legionen in verschiedenen Kriegen erfolgreich, worauf er in den Konsulat berufen wurde. Später wurde er als Statthalter nach Syrien, dann ins spanische Baetica und schließlich in die Provinz Asia entsandt. Er erhielt Zugang zum höchsten Rang der Senatoren und wurde zum Patrizier. Kurz vor dem Jahr 100 nach Christus verstarb er. Die Herkunft von Traians Mutter Marcia ist leider ungeklärt.

Natürlich erleichterten die Verdienst seines Vaters die Karriere Traians. Er diente unter dessen Kommando als Militärtribun in Syrien. Eine rasche politsche Karriere in Rom blieb jedoch vorerst aus. So wurde Traian zum Kommandanten verschiedener Legionen und zum Tribun. Auf diese Weise diente er dem römischen Imperium etwa 10 Jahre.

Auch an einer Verschwörung gegen den Kaiser Domitian beteiligte sich Traian nicht. Durch seine Loyalität beeindruckt, erhielt er vom Kaiser den Konsulat. Der Kaiser Domitian wurde dennoch 96 nach Christus ermordet. Traians enge Beziehungen zu ihm wurden genau wie die nicht römische Herkunft beharrlich verschwiegen.

Traian wurde nun zum Statthalter von Obergermanien. Vom alternden "neuen" Kaiser wurde ihm die Adoption angeboten. Diese Art der Regelung der Nachfolge hatte in Rom bereits Tradition. So wurde Traian im Herbst 97 der offizielle Caesar - er erhielt die kaiserliche Amtsgewalt.

Zu dieser Zeit stand es nicht gerade gut mit der Macht Roms. Es gab etliche innere Konflikte, die bis zur Meuterei in der Armee führten. Traian löste diese Probleme mit List und einer Art Bauernschläue, die ihm Respekt und Anerkennung einbrachte.

Nach dem Tod des Kaisers Nerva regelte Traian die Verhältnisse in seiner Provinz und inspizierte die Truppen an Rhein und Donau. Man hielt die Grenze an der Donau für bedroht und konzentrierte hier eine beträchliche Truppenstärke. Ein Drittel aller römischen Legionen waren hier stationiert. Traian wollte durch sein persönliches Erscheinen Unruhen bereits vor Beginn ersticken.

Es wird auch vermutet, dass bereits hier schon Vorbereitungen für den bevorstehenden Feldzug gegen die Daker getroffen wurden. Traian stand oft am Ufer der Donau, überquerte sie aber nicht, da kein Feind in Sicht war.

Im Sommer 99 wurde Traian mit großer Begeisterung in Rom empfangen. So wird berichtet, dass sich die Dächer unter dem Gewicht der Zuschauer gebogen haben sollen. Traian kam zu Fuß. Er umarmte die Senatoren und mischte sich unter das Volk. Beide - die Senatoren und das Volk - waren erleichtert, denn unter der Herrschaft von Kaiser Domitian hatten sie schwer gelitten. Traian verhielt sich wie ein wahrer Kaser: Er war voller Würde und doch zurückhaltend.

Traian genießt nun das Wohlwollen des Senats und des römischen Volkes. In Lobreden wird er als kraftstrotzender Mann dargestellt, der gern zu seiner Entspannung Jagdausflüge unternimmt, aber dennoch fromm und tugendhaft ist. Auch über seine Frau Plotina wird nur Positives berichtet.

Er bemüht sich um das Wohl seines Staates und auch um das Wohl seines Volkes. Er setzt das Straßensystem von Italien wieder instand, befestigt Wege, lasst neue Dämme und Brücken bauen. Weiter verzichtet Traian auf die Sonderbesteuerung, die zu seiner Tronbesteigung fällig ist. Er verringert die Steuerlast der Provinzen und insalliert ein funktionierendes Verwaltungs- und Finanzsystem.

Seine Beliebtheit beim Volk wurzelt auch in den von ihm organisierten Spielen von bis dahin nicht gekanntem Ausmaß. So kämpften Unmengen von Gladiatoren gegeneinander und es wurden gigantische Seeschlachten nachgespielt. Gern nahm Traian selbst an "seinen" Veranstaltungen teil und teilte so die Vorlieben seines Volkes sichtbar.

Leider ist über Traians Familie nur sehr wenig überliefert. Seine Frau kam aus Gallien (Nemausus). Sie hieß Pompaia Plotina und wurde um 70 nach Christus geboren. Traian war schon einige Zeit mit ihr verheiratet, als er vom Kaiser adoptiert wurde. Kinder entstammen dieser Verbindung laut Überlieferungen nicht. Sie wurde zur Augusta - Kaiserin - ernannt. Pompaia erwies sich nach den Überlieferungen als überaus geschickt im Spinnen von Intrigen. Sie verstarb im Jahre 123 nach Christus.

Traian war als Kommandant seiner Truppen äußerst begabt und beliebt. Er teilte mit Ihnen alle Gefahren der Feldzüge ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben. Unbestritten ist, dass er das Soldatenleben liebte. Bei Antritt seines Amtes war es an der Grenze zur Donau einigermaßen friedlich. So lenkte er mit seinen Feldzügen geschickt von inneren Krisen ab und beschäftigte seine Soldaten, die bei Untätigkeit gern zum Meutern neigten.
Es ist überliefert, dass Traian schon kurz nach seinem Amtsantritt einen Geheimdienst zum Schutz der römischen Regierung und damit auch seiner Person installiert hat. Weiter errichtete er eine neue Leibstandarte aus berittenen Elitekriegern. Diese rekrutierte er vorwiegend aus Germanen und Pannoniern.

Seine beiden ersten Feldzüge richtete er gegen das Königreich Dakien im heutigen Rumänien. Es gab immer wieder Probleme, die Daker vom Territorium Roms fernzuhalten. Zwar bestanden Friedensverträge mit Dakien, die jedoch von den Dakern immer wieder gebrochen wurden. Mit seinen Feldzügen wollte Traian diese Probleme beenden. 101 nach Christus besiegte Traian die dakischen Truppen. Auch einen Gegenangrif des dakischen Königs Decebalus konnte er erfolgreich abwehren. Wieder zeigte sich sein Geschick und sein taktisches Denken als Feldherr. Im Jahr 102 wurde der Krieg für Traian erfolgreich beendet - der dakische König erbat Frieden und seine Truppen ergaben sich.

Traian kehrte nach Rom zurück. Es wurde ein großer Triumphzug veranstaltet und er erhielt vom Senat den Titel "Dacicus" verliehen. Mit dieser Verleihung war der Krieg gegen Dakien dann auch offiziell beendet. Jedoch hielt dieser Frieden nicht lange. Die Daker hatten sich Verbündete gesucht und römische Posten angegriffen und eingenommen. So zog Traian im Jahr 105 erneut gegen die Daker.

Wieder war er im Vorteil: Unter Leitung der besten Architekten des Römischen Reiches hatte Traian eine gigantische Brücke über die Donau bauen lassen. So konnten die römischen Legionen schnell von einer Seite des Flusses auf die andere wechseln. Das bewährte sich besonders bei den Feldzügen gegen Dakien.

Traian ordnete auch das Militär völig neu. So verminderte er die Stärke der Legionen und bildete einsatzstarke Spezialtruppen. Da im römischen Heer viele Volksgruppen vereint waren, konnte er so für seine Zwecke die besonderen Eigenschaften der jeweiligen Völker im Kampf nutzen.

Auf Traian wurde ein Attentat verübt, welches jedoch missglückte. Er marschierte in Dakien ein und hatte es im Jahr 106 vollständig besiegt. Der Schatz des Königs wurde beschlagnamt und nach Rom überführt. Auf der Flucht nahm sich der dakische König Decebalus das Leben, um der Ergreifung zu entgehen. Sein Kopf wurde in Rom zur Schau gestellt - jeder sollte sehen können, was mit Feinden Roms geschieht. Dakien wurde eine Provinz des Römischen Reiches. Das Land wurde komplett ausgeplündert und seine Güter und Menschen kamen der römischen Wirtschaft zu Gute.

Traian ließ weiter gigantische Bauwerke errichten, auch um sich selbst zu huldigen. So die Traianssäule und das Traiansforum sowie die Traiansthermen. Auch ein Amphitheater, wo Seeschlachten original dargestellt werden konnten, ließ er errichten. Weiter ließ er die letzten großen Äquadukte Roms bauen.

Trotz seiner militärischen Aktivitäten kümmerte sich Traian auch um die Verwaltung seines Reiches. Das Wohlergehen seines Volkes war ihm stets sehr wichtig. So ließ er auch viele neue Wirtschaftsbauten errichten und sicherte die Versorgung mit Getreide, welches er in der Hauptstadt frei verteilen ließ.

Weiter kümmerte er sich um die Kinder, speziell die Waisen, von denen es in Rom viele gab. Er ließ ein fortschrittliches soziales System entwickeln, für das der Staat aufkam. Ziel war es, die Geburtenrate und damit auch die Kampfkraft Roms zu erhöhen. Die Art der Finanzierung war bis dahin einmalig: Die Regierung stellte gegen Wohneigentum als Absicherung Kredite zu einem Zins von 5 Prozent zur Verfügung. Die Rückzahlung der Kredite erfolgte an die jeweiligen Stadtkassen. Diese zahlten dann einen monatlichen Betrag an die Kinder oder deren Vormunde.

Zur Regelung der Finanzgeschäfte des Römischen Reiches beschäftigte Traian ausschließlich Fachleute. Es ist überliefert, dass er immer interessiert war am Wohlergehen "seiner" Bevölkerung, auch in den entlegendsten Provinzen. So wurden auch im gesamten Reich Kolonien für die Veteranen der Kriege geschaffen.

Ab dem Jahr 114 zog Traian wieder in die Schlacht. Von jetzt an sollte er nahezu den gesamten Rest seines Lebens auf Feldzügen verbringen. Zunächst wurde gegen die Parther gezogen. Diese hatten in der Vergangenheit mehrmals gegen römische Legionen gesiegt. Traian besiegte das Königreich der Parther, ebenso eroberte er Armenien.

Doch der Erfolg währte nicht lange. In vielen Provinzen erhoben sich die Menschen gegen Rom und seine Besatzer. Es gab organisierte Aufstände, die nur mit größter Brutalität erstickt werden konnten. Hunderttausende Menschen starben während dieser Aufstände. Rom musste so an vielen Fronten gleichzeitig kämpften. Das wiederum nutzten die Parther zum wiederholten Angriff auf das geschwächte Rom, welches jedoch nicht zu besiegen war.

Trotz seines Alters sorgte sich Traian weiter um das Wohlergehen des Römischen Reiches. Jedoch verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends. Er litt unter Kreislaufstörungen. Später dann erlitt er einen Schlaganfall. Dadurch teilweise gelämt, verstarb er zwischen dem 7. Und 10. August 117 in der Stadt Selinus.

Seine Leiche wurde verbrannt, die goldene Urne mit der Asche nach Rom gebracht. In einem Triumphzug wurde seine Urne im Traiansforum im Sockel der Taianssäule beigesetzt. Das hatte es bei noch keinem Kaiser vorher gegeben. Sie wurden alle außerhalb der Stadtmauern Roms beerdigt.

Mit Traian starb einer der besten Kaiser und eine der größten Persönlichkeiten des Römischen Reiches.